Schlafen Sie sich gesund!

Oft bekommen die Kinder zu hören, sie sollten mehr schlafen, damit Sie gesund bleiben. Doch das stimmt auch tatsächlich – der Ratschlag der Eltern wurde durch eine neue wissenschaftliche Studie belegt. Wenn Sie zu wenig schlafen, hat das großen Einfluss auf verschiedene Gene. Wenn Sie eine Woche Schlaf missen, kann sich das schon auf mehrere hunderte von Genen ausdrücken – das haben die Forscher aus den vereinigten Staaten herausgefunden. Ein geringer Schlafmangel, bei dem Menschen in 7 Nächten jeweils nur maximal 6 Stunden Schlaf bekommen haben, hat schon über 700 Gene mutieren lasen – gute 3 Prozent aller vorhandenen Gene in der Erbsubstanz eines Menschen. Diese Veränderungen haben vor allem Gene betroffen, die Stressreaktionen, Entzündungen und Immunreaktionen steuern. Es wurde zum ersten Mal ein Thema der Untersuchung, wie viele Gene ein Schlafmangel von gewissen Stunden beeinträchtigen kann, denn der Fokus der früheren Studien ging vor allem auf die einzelnen Gene.

Neue Schlaflabor-Studien

Um die neue Studie belegen zu können, kamen 14 Männer und 12 Frauen in einen Schlaflabor, wo sie untersucht worden sind. Sie durften eine Woche lang nur je 6 Stunden täglich Schlaf zu sich nehmen. Das nächste Mal durften sie 10 Stunden pro Nacht schlafen. Nach den beiden Extremen mussten sie in das nächste Extrem – wach bleiben über eine Zeit von mindestens 39 Stunden. Beim Entzug des kostbaren Schlafs entnahmen ihnen die Spezialisten Blut. Das ermöglichte die Genaktivitätsprüfung. Die Schlafeinschränkung aktivierte 444 Gene runter und drehte 267 Gene hoch. Es wurden hauptsächlich die Gene beeinflusst, die im Normalfall den Tag-Nacht-Rhythmus steuern und damit die Prozesse im Körper, wie Stoffwechsel oder Durst. Diese Gene werden beobachtet und abgeschrieben. Den Zusammenhang der Abschriften nennt man Transkriptom. Das ist auch der Begriff der Untersuchungen aus den Blutproben. Die Betten im Labor werden ständig von den Kameras beobachtet. So ein Schlaf ist gewöhnungsbedürftig, denn den Nachtschrank ersetzt dabei ein Geräteturm, aus dem viele Kabel heraus hängen, die am Kopf des Schlafenden hängen, aber auch an der Brust, am Kehlkopf oder an den Armen. Im Nachbarzimmer stehen Bildschirme, die die Aufzeichnungen der Kamera und die Messungen der Geräte zeigen. Dort bilden sich viele violette, blaue und schwarze Linien, die ein Protokoll der nächtlichen Überwachung darstellen. Jede Bewegung wird aufgezeichnet, jedes Umdrehen, jeder Atemzug. So werden auch Schlafstörungen festgestellt.

Schlaf – ein Drittel des Lebens

Menschen schlafen ca. 33 Prozent des Lebens – das ist ein Zustand, in dem wir bewusstlos sind und uns nicht wehren können. Doch wieso ist es dem so? Doch das hat nichts mit Energie sparen zu tun, denn der Körper braucht im Schlaf genauso viele Kalorien, wie im Wachzustand und man spart nachts nicht mehr, als eine Scheibe Brot.

Das bedeutet, dass Schlaf andere Vorteile haben muss, dass er nicht im Laufe der Geschichte abgeschafft wurde. Es schlafen fast alle Tiere (außer Delfin, bei dem immer nur eine Gehirnhälfte im Ruhezustand ist). Sogar Elefanten, Giraffen, Kühe und Fledermäuse brauchen Schlaf. Doch warum? Was passiert im Körper beim Schlaf? Schlaf und deren Gründe sind somit eine der größten biologischen Fragen. Menschen wissen nur, welche Folgen es hat, nicht genügend Schlaf zu bekommen oder gar nicht zu schlafen. Einige Tiere sterben, wenn sie keinen Schlaf bekommen und es geht auch Menschen nicht gut dabei – Gehirn ist müde, es fließen keine Reaktionen und wir reagieren verlangsamt. Es wurde mit den Studien belegt, dass die Menschen, die pro Nacht weniger als 7 Stunden Schlaf bekommen, auf Dauer gesehen viel anfälliger für verschiedene Krankheiten sind, als die anderen. Alles fällt ihnen schwerer – Heilung der Wunden, Bildung der neuen Zellen, sich an etwas erinnern, Lernen, selbst der Stoffwechsel funktioniert nicht gut. Das sind alles Operationen, denen Schlaf gut tut. Deswegen ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Schlaf gesund macht, graue Zellen aktiviert und für die schlanke Linie sorgt. Als dessen Folge ist ein Schlafmangel große Bedrohung und hat nicht nur was mit Müdigkeit an sich zu tun. Die Folgen sind viel tiefer – Menschen können dadurch erkranken, dick werden oder sogar verdummen. Der Langzeittrend stimmt dabei – in Deutschland schlafen Menschen im Schnitt 7 Stunden und 40 Minuten pro Nacht – das ist mehr als 60 Minuten weniger, als noch in den 90-erm. Experten sind der Meinung, im 19. Jahrhundert waren das noch weit über 9 Stunden. Der heutige Alltag und Schlafgewohnheiten der Urmenschen passen eben nicht zusammen.