Durch einen gesunden Mund Krebs vorbeugen

In einer Gesundheitskampagne wurde der Slogan "Gesund beginnt im Mund" eingesetzt. Mit Blick auf Krebserkrankungen in Mund und Rachen ist dieser Slogan mehr als wahr. Es ist nicht sehr bekannt, aber Krebserkrankungen in Rachen und Mund sind in Deutschland auf dem 7. Platz (Männer) und dem 15. Platz (Frauen) der bösartigen Tumorerkrankungen. Jedes Jahr sind viele Menschen von Krebserkrankungen des Mundbodens, der Speicheldrüsen, des Rachens oder des Gaumens betroffen. Die Altersgruppe der ab 60-Jährigen ist bevorzugt betroffen. Auch in den ersten Phasen der Krebserkrankungen sind Männer deutlich öfter betroffen als Frauen. Eine Krebserkrankung im Gesicht ist zunächst ein harter Schlag für Betroffene. Muss operiert werden, ist die für die Umwelt sofort sichtbar. Das Selbstwertgefühl kann leiden. Das soziale Leben wird eingeschränkt, da Funktionen wie Kauen und Schlucken oder Sprechen durch den Eingriff eingeschränkt werden.

Risiken und Ursachen

Die häufigste Ursache für Tumorenbildung im Mundraum ist das Rauchen oder Alkoholgenuss. Besondere Risiken stellen starke Zigaretten ohne Filter dar und starke alkoholische Getränke. Die Kombination beider erhöht natürlich auch das Risiko der Krebserkrankung. Je nach dem Konsumverhalten, kann das Krebsrisiko um 6 Prozent ansteigen. Seit den 90er Jahren ist die Neuerkrankungsrate rückläufig. Der Krebs im Mundraum wird durch eine schlechte Ernährung ebenfalls begünstigt. Es sollte viel Obst und Gemüse verspeist werden. Mangelhafte Mundhygiene ist ebenfalls ein begünstigender Faktor. Die regelmäßigen Zahnarztbesuche sind wichtig, weil dort entstehende Tumore frühzeitig erkannt werden können. Alle chronischen Verletzungen oder Unregelmäßigkeiten im Mundraum sollten behandelt werden, um das Krebsrisiko einzuschränken.

Zweimal jährlich zum Zahnarzt-Check

Auch im Mundraum ist die Früherkennung von hohem Stellenwert. Hier gilt – wie bei allen Erkrankungen – die frühe Erkennung erhöht die Heilungschancen des Patienten. Der Zahnarzt sollte aus diesem Grunde zweimal jährlich aufgesucht werden, um einen gründlichen Check der Mundhöhle durchführen zu lassen. Besondere Aufmerksamkeit sollte Patienten der Risikogruppe zukommen. Zudem kann jeder selbst eine Untersuchung durchführen, indem die Mundhöhle bei gutem Licht gründlich angeschaut wird. Klärungsbedürftig sind zum Beispiel weiße Stellen, die recht hart sind und sich flächig darstellen. Das können Leukoplakien sein, die als eine Krebsvorstufe gelten. Aus ihnen können bösartige Tumore erwachsen. Auch rote Verfärbungen, die flächig auftreten und länger anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.

Tipps für die Früherkennung

Bevor Tumore nicht in einem fortgeschrittenen Stadium sind, treten keine Beschwerden auf. Es gibt aber Anzeichen, die auf eine Krebserkrankung hinweisen und die – bei ihrem Auftreten – auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden sollten:

  • Flächige Stellen, die nicht abwischbar sind, in rötlicher oder weißlicher Färbung oder gar in beiden Färbungen, fühlen sich hart an

  • Chronische Wundstellen im Mundbereich (Richtwert: länger als 14 Tage)

  • Wunden, die leicht bluten

  • Beschwerden beim Schlucken

  • Behinderungen oder Schmerzen beim Sprechen

  • Gefühl, einen Kloß im Mund oder an der Zunge zu haben

  • Atemschwierigkeiten

  • Anhaltender Mundgeruch

Sollten diese Hinweise auftreten, ist eine ärztliche Klärung unbedingt erforderlich. Selbst wenn sie die Sorge als unbegründet herausstellt, gilt hier: lieber einmal mehr zum Arzt zu gehen, als einmal zu wenig.

Mit Krebserkrankungen ist nicht zu spaßen. Besonders Menschen, die regelmäßig Tabak oder Alkohol konsumieren sollten auf eine intensivere Früherkennung besonderen Wert legen.